Die Abstammung und Geschichte der Gartenzwerge

Woher kommt der Gartenzwerg, seine Geschichte?

 

Woher stammt der Gartenzwerg?


Die tatsächliche Entstehung des Gartenzwerges ist nach wie vor umstritten. Es tummeln sich unter Zwergenfreunden ein paar lustige Geschichten sowie mystisch anmutende Phantasien.


Nachfolgend lesen Sie einige Geschichten. Entscheiden Sie selbst, welche Entstehungsdarstellung Ihnen am denkbarsten erscheint........

Alpen

Laut einer alten Geschichte halten die Gartenzwerge ihre Frauen in den Alpen verbsteckt. Dort leben Zwergenfrauen mit den Nachwuchszwergen das ganze Jahr über.
Einmal im Jahr kommen dann die in aller Welt lebenden Gartenzwerge zurück in die Alpen und holen dort, die inzwischen erwachsenen Zwerge, ab.
Vor der Abreise der älteren Gartenzwerge tun die Zwerge was zu tun ist, damit auch im nächsten Jahr wieder Zwerge geboren werden.

Gen - Technik

Nach "aktuellen Informationen" von Fachleuten, die hier nicht genannt werden möchten verfügen Gartenzwerge über Reproduktionsmöglichkeiten, die der Gentechnik nahe sind.
Seit über hundert Jahren sind Gartenzwerge also in der Lage, die Vermehrung der eigenen Lebensart ohne direkten Verkehr auszuüben.
Dies erklärt auch, weshalb es keine Kondome in der Größe "XXXXXS" gibt.

Biedermeier Zeit

Zur Zeit des Biedermeier wurden Gartenzwerge gerne als Motiv für Bilder verwendet. Egal ob Leinwand oder Porzellan... vieles wurde von damaligen Künstlern mit dem Vorbild von Zwergen, Wichteln oder einem Gnome gemalt.
Märchenbücher wurden oft mit Zwergen illustriert.
Daraus resultierte zwangsläufig die Umsetzung von gemalten Zwergen in dreidimensionale Figuren. Ob aber darin die "Erfindung" des Gartenzwerges zu finden ist, bleibt ungeklärt. Eines ist sicher: Damals gab es keine industrielle Herstellung. Es fanden drum nur wenige Gartenzwerge den Weg in einen Garten.
 
 
 

 
 
Die wahrscheinlichste Entstehungsgeschichte...

 
 
 

Gartenzwerge, Schneewittchen & Co.

Made in Germany“

von Andreas Klein

 Zwergendesigner

 

Die ersten Gartenzwerge wurden ca. 1870 in Thüringen hergestellt. Mit der Serienproduktion begann vermutlich August Heissner 1872 in Gräfenroda.
Andere
Quellen besagen, dass Philipp Griebel ebenfalls um 1872 in Gräfenroda den ersten Gartenzwerg aus Ton hergestellt hat.

Sicher fest steht nur, dass sowohl Heissner als auch Griebel damals ihre Firmen gegründet haben. Seit wann diese Firmen aber die ersten Gartenzwerge produziert haben, ist nicht bekannt.

1898 wurden Gartenzwerge erstmals auf der Leipziger Messe angeboten.

Vor dem Gartenzwerg produzierten Terrakotta-Manufakturen in Thüringen meist Tierköpfe, z. B. um Schlösser zu dekorieren.

In der Folgezeit befassten sich immer mehr Manufakturen mit der Herstellung von Gartenzwergen. Zwischen 1914 und 1945 sank der Verkauf bedingt durch die Weltkriege.

Erst nach dem 2. Weltkrieg begann ihre größere Verbreitung. Nach Schätzungen existieren heute mehr als 28 Millionen Gartenzwerge.


Gartenzwerge werden aus den unterschiedlichem Material gefertigt.
Während der ursprüngliche Gartenzwerg aus gebranntem Ton hergestellt und mit Hand bemalt wurde (und wird), sorgte vor allem die (PVC-)
Plastikindustrie mit preisgünstigen Varianten für eine weitere Verbreitung der Zwerge.

Gips konnte sich aufgrund der extremen Feuchtigkeitsempfindlichkeit nicht als Grundmaterial durchsetzen. Ebenso scheiterten Versuche, Beton als Rohstoff zu verwenden.

Gartenzwerge und kleine Tiere wurden in Deutschland, Österreich und der Schweiz oft als Verzierung in Gärten verwendet. Inzwischen hat sich der deutsche Gartenzwerg auch international etabliert und wird in allen Ländern der Erde gesehen.


Klassische Gartenzwerge sind mittelalterlichen Bergleuten nachempfunden. Meist tragen Sie eine Schaufel, Spitzhacke oder Laterne bzw. schieben eine Schubkarre.


Gartenzwerge wurden, teils mit ironisch-kritischem Unterton, als der Inbegriff des (deutschen) Spießbürgertums und als Zeichen des schlechten Geschmacks angesehen. Spätestens Ende der 1960er Jahre definierte sich der Begriff „Kitsch“ im Zusammenhang mit Zwergen im Vorgarten.

An der damaligen Definition Kitsch hatten studentische Bewegungen dieser Zeit einen hohen Anteil.


Aufgrund modernerer Zwerge hat sich dieses Bild aber zum Glück gewandelt.

Neue Zwergen-Modelle trugen zur Änderung dieser Einschätzung bei.


Anfang der 1990er Jahre erlebte der deutsche Gartenzwerg eine "Wiedergeburt" durch die Schaffung neuer, provokativer Modelle.

Unter dem Motto "typisch Deutsch" wurden z. B. Zwerge mit Messer im Rücken, als Exhibitionisten, die den "Vogel" zeigen, mit Kettensäge, mit erhobenem "Effenberg"-Finger und als Politiker (Schröder, Kohl, Gysi, Blüm usw.) modelliert.

Das daraus resultierende Medieninteresse, welches weit über die deutschen Grenzen hinaus ging, sorgte dafür, dass der Gartenzwerg ganz neue Liebhaber fand, welche mit dem klassischen Zwerg an sich nichts anfangen konnten.

Dieser Kult hält bis heute an, da die verbliebene "Zwergenindustrie" in Deutschland immer wieder aktuelle Themen aus Politik und Tagesgeschehen aufgreift und durch neue Zwerge thematisiert. Dies natürlich immer unter dem Gesichtspunkt: "Humor ist, wenn viele darüber lachen müssen".



Etwas getrübt wurde die "Wiedergeburt" der Zwerge durch Plagiate, die weniger aus dem asiatischen Raum kamen als vielmehr aus Osteuropa. Dort wurden im großen Stil geschmacksmusterrechtlich geschützte Modelle mit billigen Materialien (Gips statt gebranntem Ton und Gießharz statt PVC-Kunststoff) kopiert und auf den Markt gebracht.

Einzelne geführte Urheberrechtsprozesse wurden zwar ausnahmslos gewonnen, konnten aber die Plagiate nicht aufhalten, da diese durch den Materialpreis und durch die entfallenen Entwicklungskosten (für Modellierung, Formenbau etc.) und geringen Löhne in den Ländern deutlich preiswerter im Verkauf waren.

In diesem Bereich ist allerdings seit einigen Jahren eine "Anpassung" feststellbar, so dass sich das Gefüge in wenigen Jahren selbst regulieren wird.


Bei vielen Zwergenliebhabern und Sammlern sind Zwerge neuerer Bauart in ungewohnten Posen (z. B. mit heruntergelassener Hose) verpönt. Ebenso kritisiert wird der Einzug des weiblichen Geschlechts in die Zwergenwelt in Gestalt der Zwergenfrau. In der Mythologie kommen ursprünglich keine Zwergenfrauen vor.

Sammler bevorzugen den klassischen Gartenzwerg aus gebranntem Ton. Denn nur diese Zwerge gelten als „beseelt“, wohingegen Zwerge aus PVC-Kunststoff als Seelenlos gelten, da Plastik kein Naturmaterial ist.


Im Jahr 1981 wurde die "Internationale Vereinigung zum Schutz der Gartenzwerge" mit Sitz in Basel gegründet, deren Anliegen die Verbreitung der "Zwergenkunde" und die Forschung im Bereich historisch "korrekter" Gartenwichtel ist.

Die Vereinigung versuchte zu definieren, wie ein echter Gartenzwerg auszusehen hat:

Er ist maximal 69 Zentimeter groß, hat eine rote Zipfelmütze, einen weißen Bart ist männlich und natürlich aus gebranntem Ton modelliert.


Gegen Ende der 1990er Jahre entstand die Aktion "Rettet die Gartenzwerge" (in Frankreich: "Front de Liberation des Nains de Jardins"), deren Anhänger die Figuren aus Vorgärten "befreiten" und oft in Wäldern oder an Autobahnen, ihrem "natürlichen Lebensraum", wieder aussetzten.

Strafrechtlich bewegen sich die "Rettet die Gartenzwerge"-Aktivisten im Grenzbereich zwischen Diebstahl und (anfänglicher meist straffreier) Sachentziehung.


Eine neue Mode entstand ca. im Jahre 2003. Zwergenbesitzer begannen, einzelne Zwerge einfach an wildfremde Menschen weltweit zu versenden verbunden mit der Bitte, den Zwerg vor Ort zu fotografieren (als Beweis) und dann ebenfalls wieder an jemand Fremden zu versenden usw...

Dadurch kamen einzelne Zwerge in viele Länder dieser Welt und manchmal sogar wieder zu ihrem ursprünglichen Besitzer zurück. Dies dann natürlich mit einem prall gefüllten Fotoalbum dabei.

Nach aktuellen Umfragen wird als typisch deutsches Produkt (als Souvenir) zuerst die Kuckucksuhr genannt, gefolgt von einem Gartenzwerg aus gebranntem Ton. Der „röhrende Hirsch“ (ob als Gemälde oder Figur zum aufstellen) fand nur innerhalb Deutschlands einige Anhänger.


Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass der Gartenzwerg trotz (oder gerade wegen) unserer schnelllebigen, hochtechnisierten Zeit ein Stück „heile Welt“ in die Gärten und Wohnungen bringt. Dafür gebührt ihm unser aller uneingeschränkter Dank!

Wir, von 100% Zwergen-POWER, werden alles dafür tun, dass sich der Gartenzwerg auch in Zukunft weiterentwickelt und seinen Platz in der modernen Gesellschaft behält.


Unser derzeitiges Zwergen-Programm umfasst rund 1600 verschiedene Gartenzwerge, Schneewittchen, Tiere, Pilze und passende Gartenfiguren, ausnahmslos

MADE IN GERMANY“

 

Der echte

deutsche Gartenzwerg

ist Kult!
 

Durch unsere eigenen Neugestaltungen von Gartenzwergen sowie der Kooperation mit den wenigen in Deutschland produzierenden Unternehmen in dieser Marktnische, hat der Zwerg beste Chancen, auch noch das kommende Jahrtausend (3000) zu erreichen.

 


 
Hier noch einige unverbindliche Buchempfehlungen zum Thema Gartenzwerge (viele weitere Bücher sind im einschlägigen Buchhandel erhältlich):


Lexikon der Gartenzwerge“

erschienen im Komet-Verlag, ISBN: 978-3-89836-608-3

Reichhaltig bebildertes Buch mit kurzen Informationen zu den Gartenzwergen und deren Macher.


Das große Buch der Gartenzwerge“

erschienen im Eichborn-Verlag, ISBN: 3-8218-1700-3

Sehr unterhaltsam geschriebenes Buch mit moderner Betrachtung der Gartenzwerge.


Gartenzwerge“

erschienen bei arsEdition, ISBN: 3-7607-8847-5

Das wohl kleinste Buch (Größe: ca. 4,5 x 6,0 cm!) zum Thema Zwerge.

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